Retroaktive Zauber oder das Möbiusband der Zeit

Ich stehe morgens im Badezimmer und denke an nichts Besonderes. Plötzlich taucht ein Gedanke auf (vielleicht ist es auch so etwas wie eine innere Stimme): „Millionenshow. Das wär’s.“ Nichts weiter, nur diese Worte – aber sie sind von einem so unbestreitbaren Gefühl der Zuversicht begleitet, daß ich sie nicht als Einbildung abtun kann. Sie wirken unaufdringlich, aber vollkommen vertraut. Sie erinnern mich daran, daß ich diesen Impuls vor vielen Jahren schon einmal hatte, kurz nachdem die beliebte Quizshow die ersten Male ausgestrahlt wurde: „Das wär’s.“

Als ob ich diesen Faden von damals wieder aufgreifen würde, melde ich mich ab jetzt mehrmals pro Woche zur Teilnahme an. Und siehe da, nach einiger Zeit ruft mich die Redaktion an und nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren bekomme ich die Bestätigung: Ich bin in der Show.

Kurz vor meinem 32. Geburtstag fand dann die Aufzeichnung statt. Wie bestellt, erhielt ich davor noch tatkräftige Unterstützung durch ein Mentaltraining, führte ein aufwendiges Ritual durch und bat Freunde darum, an mich zu denken. All das sollte ich auch dringend brauchen! Die Anspannung im Studio war schwer zu ertragen. Redakteure wie Kandidaten waren zappelig und machten sich gegenseitig noch nervöser. Ich hatte seit 36 Stunden nicht mehr geschlafen und spürte die Schicksalshaftigkeit dieser Stunden geradezu körperlich. Es war eine völlige Ausnahmesituation. Ich schaffte es, mich zurückzuziehen und zu meditieren … und da kam wieder diese Zuversicht über mich. Alle möglichen Ausgänge dieses Abends erschienen mir plötzlich gleich wahrscheinlich. Letztlich war der entscheidende Faktor dafür, welche Wahrscheinlichkeit sich als real kristallisieren würde, meine Wahl. Und die traf ich dort in aller Deutlichkeit: „Mein Spiel.“

Ich kam dann bis zur Millionenfrage. Hätte ich meiner Intuition völlig vertraut, hätte ich sogar die gewonnen, aber es war mir zu unsicher. Ich entschied mich also, eine Stufe zuvor auszusteigen und ging trotzdem mit einer gewaltigen Summe Geld nach Hause, die es mir einige Jahre lang ermöglichen sollte, mich um kreative Projekte zu kümmern.

Diese Erfahrung war ein Wendepunkt in meinem Leben. Erst vor wenigen Jahren fand ich mich dann in einem Ritual wieder, in dem sich eine Brücke über die Zeit auftat – ein Effekt, den ich schon ein paarmal erlebt hatte. Verblüfft erkannte ich mich am anderen Ende, nichtsahnend im Badezimmer stehend … und ich wußte, was ich zu tun hatte. Wie von selbst schickte ich mir den Impuls zurück in die Vergangenheit: „Millionenshow. Das wär’s.“ Und noch weiter spannte sie sich und ich sah mich im Wohnzimmer meines Elternhauses, kurz nach den ersten Ausstrahlungen der Millionenshow im ORF. Dorthin konnte ich nur noch ein vages Gefühl schicken, dann löste sich die Zeitbrücke und mit ihr meine Trance wieder auf. Plötzlich verstand ich diese absolute Zuversicht, von der diese Impulse begleitet waren: Sie stammte von mir selbst! Deshalb vertraute ich ihnen ohne Wenn und Aber!

Aus diesen und ähnlichen Erfahrungen heraus habe ich eine geniale Möglichkeit zum Üben von zeitmagischen Eingriffen entwickelt: das Holochron. Du lernst es im Rahmen des Phantasmaion-Kurses kennen:

Ja, ich möchte den Umgang mit dem Holochron erlernen!

In den letzten Tagen habe ich mich wieder intensiver mit diesem hyperdimensionalen Zustand beschäftigt beziehungsweise mit den Möglichkeiten der Zeitmagie, die er bietet. Wenn es funktioniert, sich als ältere, weisere Version seiner selbst symbolische Zeichen, Träume oder codierte Wegmarkierungen in die physische Umgebung seines jüngeren Ich zu übermitteln (das habe ich mehr als einmal erlebt) – was hindert uns dann daran, uns auch kollektiv Unterstützung aus einer lebenswerten Zukunft in unsere jetzige Situation zu schicken? Aus einer Zukunft, in der wir uns möglichst harmonisch, sogar glorreich aus unserer mißlichen Lage herausentwickelt haben?

Und was könnten wir schon jetzt dazu beisteuern?


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