Month: August 2020


Wenn Heilige uns beistehen (Abenteuer mit den Spirits)

By Magieschule,

Als ich in Süditalien lebte, wurde ich wie alle um mich herum von der Stimmung an Ferragosto mitgerissen: Es ist einer der wichtigsten Feiertage das Landes – fast das gesamte behördliche Leben kommt da zum Erliegen und überall gibt es Prozessionen, Feuerwerke und Festlichkeiten jeder Art. Ferragosto fällt auf den 15. August, an dem die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt begeht und vielerorts auch der Kräuterbuschen gesegnet wird. Dieses Fest haben wir auch in Österreich unlängst gefeiert … und kurz darauf wurde mir diese Geschichte erzählt:

Maria ist u. a. auch eine Mondgöttin (ähnlich wie Hekate); einer Legende nach wurde sie bei Ephesus in den Himmel aufgenommen, wo auch ein berühmtes Heiligtum der Artemis stand, einer weiteren wichtigen Mondgöttin.

Kurz nach dem Krieg, im Alter von 5 Jahren, war die Mutter eines Freundes mit ihrer Urgroßmutter im Wald spazieren, es war nahe der slowenischen Grenze. Sie fand beim Spielen eine Eierhandgranate und drehte daran herum, bis sie zu ticken begann. Ihre Urgroßmutter rief ihr noch zu, sie solle das Ding wegwerfen – und sie zielte auf einen Baum neben ihr. Deswegen wurde die alte Frau auch verschont, als die Granate am Stamm aufprallte und in die Luft ging, aber das Mädchen selbst stand direkt im Kegel der Explosion. Sie brannte und die ganze Vorderseite ihres Körpers war aufgerissen.

Wie durch ein Wunder hörte ein Zöllner, der zu dem Zeitpunkt in der Nähe mit seinem Rad unterwegs war, den Schrei der Urgroßmutter. Von seiner Station aus konnte er den Arzt benachrichtigen, das Mädchen wurde über die desolaten Straßen mit einem Ochsenfuhrwerk bis Ferlach und von dort mit der Rettung nach Klagenfurt ins Krankenhaus gebracht, wo sie monatelang im Sauerstoffzelt verbringen mußte. Einer ihrer Finger hing nur noch an einem dünnen Hautfaden, konnte aber gerettet werden. Und ein Splitterteil der Granate blieb in ihrem Taufketterl mit dem Abbild der Hl. Maria stecken – einen Millimeter vor dem Herzen. Wie im Film. Ihre Urgroßmutter war eine zutiefst gläubige Frau mit einer natürlichen Religiosität und vollkommenem Gottvertrauen, fügte die heute 74-Jährige hinzu, als sie mir davon berichtete. Ihr altes Gebetsbüchl hat sie vererbt bekommen und hält es in großen Ehren.

Die eingedellte Vorderseite des Taufketterls, dem das Mädchen ihr Leben zu verdanken hat.

Gerade Heilige (jeder Religion!) sind ein großartiges Beispiel dafür, wie sich magische Interaktion mit den Spirits nicht nur auf feinstoffliche Ebenen beschränkt – sondern sich ganz unmittelbar und hilfreich in unserem Alltag auswirkt.

Im Theurgion-Kurs zeige ich dir, wie du praktisch mit Heiligen arbeiten kannst. Zum einen anhand des Schutzpatrons für Dinge, die schnell erledigt werden müssen, St. Expeditus – den kannst du anrufen, wenn es um Erfolg in bürokratischen oder Rechtsangelegenheiten geht, wenn du dringend Geld benötigst oder generell Hilfe in Situationen brauchst, die keinen Aufschub mehr erlauben. Und zum anderen anhand des Schutzpatrons der Magier, St. Cyprian, der gegen Dämonen, Verhexung und andere Übel hilft und dich auf deinen eigenen magischen Erkundungen begleitet und inspiriert, wenn du dich an ihn wendest:

Ja, ich will mehr über die Arbeit mit Heiligen lernen!

Gibt es Heilige, zu denen du eine spezielle Verbindung hast … oder gerne hättest? Im Normalfall erweisen sie sich als sehr zugänglich und entgegenkommend; diese Chance sollten wir nutzen!

Die Unterstützung unserer Ahnen (Abenteuer mit den Spirits)

By Magieschule,

Letztes Mal habe ich über Hekate geschrieben – unter anderem ist sie die Wächterin der Unterwelt und ermöglicht in dieser Funktion auch den Kontakt mit den Geistern der Toten. Das könnte ein weiterer Grund sein, weshalb sie in letzter Zeit so auf sich aufmerksam macht; immerhin haben wir in unserer Kultur nur noch wenig aktiven Bezug zu unseren Ahnen. Dabei zählen sie mit zu den zugänglichsten und wohlwollendsten Spirits: Mit ihnen haben wir schon eine Beziehung. Wir sind ihre Nachkommen und grundsätzlich wollen sie, daß es uns gut geht. Sie freuen sich, wenn wir aus den Gaben etwas machen, die sie uns mitgeben … und allein, wenn ich mir anschaue, was ich meinen unmittelbaren Vorfahren zu verdanken habe, tut sich ein großer Schatz auf.

Meine Urgroßmutter kannte sich mit Heilkräutern und Wurzeln aus. Es kommt vor, daß ich mich ganz unerwartet intensiv mit einer Pflanze auseinandersetze oder intuitiv weiß, welcher Tee, welches Bad oder ätherisches Öl jetzt gerade hilfreich wäre – da spüre ich ihre freundliche Hand im Hintergrund. Ihr Sohn, mein Großvater, beschäftigte sich sein Leben lang mit Okkultismus und schenkte mir meine ersten Bücher dazu, als ich acht oder neun Jahre alt war. Ihm gefällt die Bibliothek, die ich inzwischen aufgebaut habe. Vor allem hat er mir jedoch die Selbstverständlichkeit und Bodenständigkeit vermittelt, mit der er an magische Dinge herangegangen ist; das hat mir gezeigt, wie normal und eingeflochten in den Alltag das alles ist, und diese Haltung kann ich jetzt selbst in meinen Kursen weitergeben.

Meine Urgroßmutter – Kräuterweibl, Hexe und begabte Zitherspielerin

Neben all dem bin ich mit Geschichten aufgewachsen: Opa hat mir geschildert, was für ein Lausbub er in seiner Kindheit gewesen ist und wie er im Krieg überlebt hat. Mein Vater hat von seinen Abenteuern in Kanada und auf seiner Weltreise erzählt, meine Mutter hat mir immer vor dem Einschlafen vorgelesen und mir die Klassiker der Weltliteratur nahegebracht.

Und insbesondere die Vormittage meiner frühen Kindheit waren unschätzbar! Die habe ich mit meiner Großmutter verbracht. Zwischen den Erledigungen für den Haushalt hat sie jeden Tag Zeit gefunden, mir ein Märchen aus dem alten Buch der Gebrüder Grimm vorzulesen, das schon meiner Mutter gehört hatte. Danach haben wir die Geschichte noch einmal mündlich nacherzählt und im Anschluß daran haben wir sie nachgespielt und die Küchengegenstände dafür als Requisiten benutzt. Das ging so lange, bis das Märchenbuch zu Ende war und meine Oma sich eigenständige Geschichten hat ausdenken müssen. Wenn ich eins von ihr gelernt habe, dann daß Phantasie nicht nur dafür eingesetzt werden kann, der Realität zu entfliehen, sondern auch, um eine schönere zu erschaffen.

Mein Großeltern kurz nach ihrer Hochzeit – beide begnadete Geschichtenerzähler

Es braucht nicht viel, um den deinen Ahnen zu begegnen: Stell ihnen frisches Wasser, Kerzen und ihren Lieblingskaffee oder -tabak hin, spiel ihnen ein Lied vor, das sie gemocht haben. Erzähl ihnen von deinem Tag, bitte sie darum, dir bei deinen Problemen behilflich zu sein. Bring die Opfergaben einen Tag später den Spirits des Landes. Diese kleinen regelmäßigen Kontakte mit deinen Ahnen machen oft mehr für dich als großangelegte Zeremonien … in jedem Fall unterstützen sie diese auch massiv. Wenn du eine gute Beziehung mit ihnen etabliert hast, leisten dir deine Ahnen generellen Beistand, auch wenn du nicht explizit danach fragst. Das Leben funktioniert dann einfach besser. Im Theurgion-Kurs erfährst du noch genauere Hinweise dazu:

Ja, ich will den Kontakt zu meinen Ahnen erneuern!

Welche Geschenke haben deine Ahnen dir mit auf den Weg gegeben? Welches Potential könnte sich da noch erschließen?