Category: Theurgion


Was steht zwischen dir und der Magie? Teil 3: Komfortzone

By Magieschule,

Zu einem magischen Leben gehört es, sich willentlich dafür zu entscheiden (darüber habe ich im letzten Artikel geschrieben) – das bringt dich in Kontakt mit den unsichtbaren Kräften und Wesen der Welt, deren inhärente Qualitäten du mit der Zeit näher kennenlernst, so wie es bei guten Freunden der Fall ist. Das ist eine wichtige Grundlage. Aber dann kommt der Schritt von der Theorie in die Praxis, wo du es dir tatsächlich erlaubst, mit ihnen zu kooperieren, sei es Baum, Fluß oder Berg, persönlicher Begleiter oder Spirit in anderer Gestalt:

Dieser Schritt ist immer auch ein Schritt über die Komfortzone hinaus. Es geht darum, bewußt die Schwelle zu übertreten und dich ein Stück weit ins Unbekannte aufzumachen. Magie mag überall vorhanden sein, aber dort, im Neuland, entfaltet sie ihre Wirkung. Und etwas in uns findet immer wieder Ausreden dafür, sich nicht auf dieses Abenteuer einlassen zu müssen:

  • „Ich weiß noch nicht genug darüber.“ (Das wirst du nie.)
  • „Aber ich bin noch nicht reif genug.“ (Du reifst durch das praktische Anwenden deiner Fähigkeiten.)
  • „Erst muß ich den Weg klarer vor Augen haben.“ (Der entsteht ja bekanntlich oft erst beim Gehen.)
  • „Das ist aber gefährlich.“ (Nichts ist ungefährlich. Darum lernt man die Dinge auch Schritt für Schritt – nicht zuletzt in der täglichen Praxis.)
  • „Und wenn was schiefgeht?“ (Das wird es ziemlich sicher. Nicht anders als beim Üben einer Fremdsprache oder eines Musikinstruments, beim Flirten oder beim Sport. Auf diese Weise wirst du besser.)
You shall not pass!

Jener Part in uns, von dem solche und ähnliche Aussagen kommen, ist unser Zensor. Er bestimmt mit allen Vor- und Nachteilen, was wir für uns als möglich erachten … und das ist selten zu unserem Vorteil. Der Zensor will in erster Linie, daß die Dinge so bleiben, wie sie sind. Er reduziert das Potential zur Veränderung. Das heißt natürlich nicht, daß du deswegen aufhören solltest, die Dinge zu hinterfragen oder dich blindlings in jede Unwägbarkeit zu stürzen. Ein wacher Geist ist unabdingbar!

Es verlangt auch niemand, daß du schutzlos aufs offene Meer hinausschwimmst, bis dich die Kräfte verlassen. Immerhin gibt es zuverlässige Boote dafür – man nennt sie Ritual. Und ein solches haben wir gemeinsam im 12. Webinar durchgeführt. Es wird dich auch nachträglich noch bei deinem Schritt über die Komfortzone hinaus begleiten:

Ja, ich möchte mich als Magier deklarieren!

Dabei wirst du merken, daß du im Unbekannten nicht allein bist und vom Feld aller bisherigen und zukünftigen Expeditionsteilnehmer gestärkt wirst. Wage dich hinaus ins Abenteuer, es gibt viel zu entdecken!

Auf welche Weise bist du mit der Welt verbunden?

By Magieschule,

Magie ist für mich immer auch Ausdruck des In-Beziehung-Seins mit der Welt und ihren Bewohnern, physischen wie nichtphysischen. Dafür habe ich vor Kurzem den schönen Ausdruck „Interbeing“ von Thích Nhất Hạnh kennengelernt, der auf deutsch mit Intersein wiedergegeben wird und das wechselseitige Verwoben- und Abhängigsein von allem mit allem anderen beschreibt. „Wir können nicht aus uns selbst heraus existieren, weil wir mit allem, das existiert verbunden sind“, sagt er.

„Betrachten wir beispielsweise eine Sonnenblume, dann können wir sehen, dass sie aus Nicht-Blume-Elementen zusammengesetzt ist. So lässt sich der Sonnenschein in ihr finden. Wir können ihn nicht aus der Blume entfernen, denn ohne die Sonne könnte die Blume nicht existieren. Wenn wir weiter in die Blume hineinschauen, dann können wir die Wolken sehen. Ohne Wolken gibt es keinen Regen und ohne Regen könnte nichts auf diesem Planeten wachsen. Also ist es für uns unmöglich, die Wolke aus der Blume zu entfernen.“

Das Intersein der Natur – harmonisch und ekstatisch

Aus diesem Verständnis erwächst eine tiefere Form des Interagierens – mit der Natur und mit den Spirits. Um sie geht es im Theurgion-Kurs, an dem ich zur Zeit arbeite und aus dem ich dir hier schon vorab eine Übung anbiete, um das Intersein wieder zu erinnern:

Erlebe die Welt als Märchen

Dort ist ja alles belebt und teilt sich mit. Stelle dir die nächsten drei Wochen solche Fragen wie:

Was erzählen dir deine Träume von heute nacht? Wie schmeckt dir der morgendliche Kaffee, nachdem du dich bei ihm bedankt hast? Wie reagieren deine Haustiere und deine Pflanzen, wenn du dich mit ihnen unterhältst? Welche Gespräche führst du mit den Wesen, denen du auf deinem Altar ein Opfer bringst? Wie fährt sich dein Auto, wenn du es um eine sichere und angenehme Fahrt bittest? Welchen individuellen Tieren und welchen ihrer Clan-Spirits begegnest du im Lauf des Tages? Wie erlebst du die Beziehung zum Gebäude, in dem du arbeitest? Was empfindest du, wenn du wieder nach Hause kommst und deine Wohnung begrüßt? Welche Spirits begleiten dich beim Abendspaziergang: zum Beispiel solche, die hier gestorben sind? Hausherren aus dem Reich der Fae? Der Spirit des Landes selbst? Der Wind, der Regen, der Himmel?

Erlebe die Welt für mindestens 21 Tage bewußt aus dieser Perspektive und beschreibe deine Erfahrungen im Tagebuch (das dir seinerseits wahrscheinlich auch viel zu erzählen hat)!

Logo_Gestalte deine Realität
Klick fürs Seminar!

Diese Art der Kommunikation mit der Welt eröffnet ein breites Spektrum an zusätzlichen Optionen und Hilfestellungen, um deine Realität gestalten. Und genau darum geht’s auch in meinem kommenden Seminar am 1./2. Februar in Lüneburg. Noch gibt es ein paar wenige freie Plätze – ich freue mich, wenn wir uns dort sehen!