Month: December 2019


Wer willst du nach dem Überschreiten der Schwelle sein?

By Magieschule,

Wir befinden uns an einer Schwelle, die wir unweigerlich überschreiten müssen: wir betreten ein neues Jahr. Dann möge diese Schwelle doch auch gleich den Anlaß zu einem kleinen Ritual bieten!

Bei allem, was du im Leben erfahren möchtest, kann dir Magie eine Hilfe sein. Und hinter wirklich effizienter Magie verbirgt sich ein besonderer Bewußtseinszustand – nennen wir ihn „im Einklang mit deiner Bestimmung sein“. In diesem Zustand mußt du nicht extra für alles mögliche zaubern, du befindest dich nämlich schon in einer Art Flow, der ganz natürlich segensreiche Gelegenheiten hervorbringt und es den Dingen erlaubt, sich mühelos zu fügen. Dieser Zustand kann erinnert und vorsätzlich ausgebildet werden …  und je besser du ihn kennst, um so leichter kannst du wieder in ihn eintreten und dort auch länger verweilen. Im Einklang mit deiner Bestimmung zu sein ist etwas durch und durch Magisches, es ist Ausdruck deiner Verbundenheit mit dem Leben und deiner Schöpferkraft. Dies anzuerkennen ist Ziel des folgenden Rituals, zu dem mich Aidan Wachter inspiriert hat:

Eingang zu Schloß Seggau
Die Pforten sind geöffnet. Es ist an dir, einzutreten.
  • Identifiziere eine stimmige Schwelle in deiner Umgebung.
  • Stell dir vor, wie magisch dein Leben sein wird, sobald du sie überquerst – es gibt dann kein Zurück mehr: Was verändert sich dadurch? Was wird das für dich bedeuten? Wie wird es sich (vor allem körperlich) anfühlen, im Einklang mit deiner Bestimmung zu sein?
  • Spiel das siebenmal durch – zum Beispiel während einer Woche – und prüfe genau, ob du das wirklich willst. Geh zu deiner Schwelle, spüre sie und ihre Implikationen.
  • Wenn du dich voll und ganz dafür entscheiden kannst, nähere dich der Schwelle erneut, sprich: „Ich erlaube es der Magie, Teil meines Lebens zu sein“, überschreite sie bewußt und tritt in dein neues Leben.

Wenn du noch mehr konkrete Anregungen möchtest, wie du es magisch gestalten kannst, lade ich dich zu meinem nächsten Seminar am 1./2. Februar in Lüneburg ein:

Logo_Gestalte deine Realität
Klick: Gestalte deine Realität

Wir sehen uns im Jahr 2020! Möge es ein fabelhaftes sein.

Ist der Weihnachtsmann ein Fliegenpilz-Schamane?

By Magieschule,

Weihnachten und die Rauhnächte stehen bevor. Mit ihnen ist eine Gestalt verknüpft, die in den letzten Jahren in alternativen Kreisen zunehmend mit schamanischen Vorstellungen in Verbindung gebracht wird – der Weihnachtsmann. Die rituelle Nutzung von Fliegenpilz (Amanita muscaria) durch sibirische Schamanen spiegele sich in seinem rotweißen Mantel wider, der fliegende Rentier-Schlitten sei ein Hinweis auf die (Astral-?)Reise des Schamanen in die Anderswelt, aus der er Geschenke der Weisheit mit sich bringt und die Fliegenpilze würden zum Trocknen in immergrüne Bäume gehängt, wodurch deren Zweige mit hellroten „Kugeln“ dekoriert würden.

Shaman Claus?
Psychedelischer Winterzauber?

Die Vorstellung, hinter dem Weihnachtsmann verberge sich in Wahrheit eine schamanische Figur, klingt auf den ersten Blick recht verlockend … erweist sich bei genauerer historischer Untersuchung jedoch als nicht haltbar, wie z. B. Thomas Hatsis in seinem Buch Psychedelic Mystery Traditions (S. 158-170) nachweist:

Fliegenpilze (die übrigens am Feuer getrocknet werden müssen, nicht am Baum!) tauchen als Glückssymbol zuerst auf deutschen und österreichischen Neujahrspostkarten auf und finden erst mit Anfang des 20. Jahrhunderts auch als Weihnachtsmotiv Verwendung. Sie mit sibirischem Schamanismus zu assoziieren, hieße Korrelation mit Kausalität zu verwechseln. Auch der Mantel des Weihnachtsmanns verweist nicht auf eine „uralte Tradition“ –  der ist nämlich ursprünglich braun und verändert seine Farbe erstmals im Zuge des Amerikanischen Bürgerkriegs; da verteilt Santa Claus in einer zeitgenössischen Darstellung Rationen an Unionssoldaten und trägt dabei eine rote und mit weißen Sternen besetzte Jacke sowie eine blaugestreifte Hose, um die amerikanische Flagge zu vervollständigen. Er erscheint aber auch weiterhin mit blauen, braunen und goldenen Mänteln, bis sich sein Erscheinungsbild seit dem Jahr 1931 durch die Marketingkampagne von Coca-Cola vereinheitlicht. Davor sehen wir ihn übrigens auch auf einem Schiff, mit dem Auto oder auf dem Fahrrad durch die Gegend reisen – weit entfernt vom schamanischen Flug. In diesem Interview erzählt Thomas Hatsis noch mehr über diese Irrtümer … und zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen im frühen Christentum zur Weihnachtszeit:

Ach ja, letztens wurde ich noch danach gefragt, welcher Enneagramm-Typ der Weihnachtsmann wäre. Meiner Meinung nach ist er ein ZWEIer – mit einem klaren DREIer-Flügel, seit er sich als Werbefigur für Coca-Cola vermarkten läßt. Zum Enneagramm gibt es ja einen eigenen Kurs in der Grundausbildung.

Ich verabschiede mich mit einem augenzwinkernden Song für alle Enneagramm-Kenner und lichtvollen Wünschen für die nahende Wintersonnenwende!

Welchen Schatz hütest du?

By Magieschule,

Ich liege eingemummelt unter der warmen Bettdecke. Meine geliebte Halb-Angorakatze Flauschi hat sich in meine Armbeuge gekuschelt und schnurrt leise. Meine Augen sind geschlossen, doch dahinter spielt sich eine lebhafte Szenerie ab: Begeistert folge ich der furchtlosen Momo, die von der Schildkröte Kassiopeia – ganz gemächlich, Schritt für Schritt, und dabei immer den grauen Herren entwischend – zu Meister Hora geführt wird.

Es ist Schlafenszeit und meine Mutter liest mir jeden Abend aus Michael Endes Buch vor. Auch heute, nach so vielen Jahren, brauche ich nur daran zu denken und bin schon wieder erfüllt von derselben Geborgenheit wie damals. Das Buch steht nach mehreren Umzügen immer noch in meinem Regal und beim Vorübergehen streichle ich gern mit meinen Fingerspitzen über seinen Rücken, verbinde mich mit seiner Weisheit und gewissermaßen auch mit allen anderen, denen es im Lauf der Jahre so viel geschenkt hat … gemeinsam stärken wir das, was man die Seele eines Buches nennen könnte.

Buchcover-Momo
Der Satz „Bücher sind Freunde“ hat sich mir augenblicklich erschlossen.

Wenige Gegenstände sind für mich so aufgeladen wie Bücher. Das macht sie in meinen Augen zu besonders kostbaren Talismanen. Manchmal verströmen sie ihre Geschichten so stark, daß ich es beinahe körperlich spüren kann! Das widerfährt hin und wieder auch Gästen, die bei mir zu Besuch sind und meine Wohnung als magischen Tempel erleben. Ein großer Teil dieser Atmosphäre stammt von den Büchern und dem Wert, den ich ihnen beimesse.

Ich achte auf meine Bücher ebenso wie auf meine Ritualgegenstände … weil sie es zum größten Teil sind und ich sie auch für magische Zwecke nutze (nicht umsonst bedeutet spell im Englischen sowohl „buchstabieren“ als auch „Zauberspruch“). Wie du einen Gegenstand als Behälter seiner magischen Symbolik erkennst und die Kraft in ihm erweckst, beschreibe ich im Telesmaion-Kurs:

Ich will mehr über den Telesmaion-Kurs erfahren!

Welchen dieser in Bücher eingebetteten Zaubersprüche gibst du ein Heim? Inwiefern haben sie dich geprägt und verändert? Auf welche Weise nimmst du sie wahr? Und wie verzauberst du das Buch, in dem dein Leben geschrieben steht?